Logo svfaq.de: Häufig gestellte Fragen zum Thema: Wie gründe ich eine Schülerverbindung?

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Gründung

  1. Frage: Was kann man tun, um an der Schule bekannt zu werden?

    Antwort: Zunächst die üblichen Wege: Flugblätter, Plakate, Internet usw. Teilweise ist man mit Partys sehr erfolgreich. Eventuell eine eigene Schülerzeitung machen und verbreiten. Eine gute Idee sind Aufkleber, die man auf Hefte, Buchumschläge und den Terminkalender kleben kann. Auch Pins mit den Farben, die man an der Jacke befestigen kann, haben sich bewährt. An einigen Schulen haben die Schülerverbindungen auch einen eigenen Schaukasten. Man kann versuchen, sich im Rahmen einer Projektwoche positiv darzustellen (z. B. Beitrag zur Geschichte, Wartburgfest, Hambacher Fest, Vormärz usw.).

  2. Frage: Wie stellt man Kontakt zur Schulleitung her?

    Antwort: Der Kontakt zur Schulleitung sollte durch ein persönliches Gespräch aufgebaut und durch regelmäßige Einladungen gepflegt werden, um so zum einen Räumlichkeiten für Convente sowie Aushangmöglichkeiten zu erhalten, zum anderen aber auch deshalb, damit der Schulleiter von Verbindungsseite über Ziele und Grundsätze der Schülerverbindung informiert ist und so im Kollegium bei Steitigkeiten fundiert Stellung nehmen kann. Dies gilt auch bei eventuellen Schülerzeitungsartikeln. Rückendeckung der Schulleitung kann hier sehr hilfreich sein.

  3. Frage: Wir befürchten, daß unsere Schulleitung und die Lehrer die Gründung einer Schülerverbindung nicht gutheißen. Was sollen wir tun?

    Antwort: Es kommt darauf an, ob Schulleitung und Lehrer sich überzeugen lassen. Vielleicht befürchtet die Schulleitung nur, daß es sich um eine rechtslastige Organisation handelt. Solche Befürchtungen solltet Ihr widerlegen können. Wenn Ihr dadurch Nachteile befürchtet, daß Ihr Euch zu Erkennen gebt, dann könnt Ihr ein Mitglied zur Schulleitung schicken, das die Schule bereits verlassen hat, um diese Befürchtungen zu widerlegen. Im übrigen könnt Ihr eine Seite ins Internet stellen, und dort Eure Werte und Ziele darstellen. Im Impressum

    Wenn dennoch keine Hoffnung besteht, daß die Schulleitung und Lehrer Euch akzeptieren, bleibt Euch wohl nichts anderes übrig als abzutauchen: Schülerverbindungen waren vor dem 1. Weltkrieg lange Zeit verboten. Sie hielten ihre Existenz daher geheim oder tarnten sich als Kegelvereine oder literarische Zirkel. Außerdem wurden Decknamen (»Biernamen« oder »Kneipnamen«) verwendet. Ihr könnt das genauso machen.

  4. Frage: Kann auch ein Nichtkorporierter Gründungsbursch einer Verbindung sein?

    Antwort: Selbstverständlich! Die "klassischen" Schülerverbindungen wurden von *Schülern* gegründet, die ja nicht irgendwo aktiv gewesen sein konnten. Wohl bestanden Kontakte zu korporierten Studenten, von denen man sich das entsprechende Wissen angeeignet hat.

  5. Frage: In meiner Stadt gab es früher mal eine Schülerverbindung. Kann man eine erloschene Schülerverbindung wieder aufmachen?

    Antwort: Solange es noch lebende Mitglieder dieser Verbindung gibt, kann man das ohne weiteres. Ansonsten ist das eigentlich nicht möglich, wenngleich das vereinzelt trotzdem gemacht wurde.

  6. Frage: Wie nimmt man die Gründung in Angriff?

    Antwort: Zunächst mal braucht man natürlich ein paar Leute. Es ist zu überlegen, ob ein Gymnasium ausreicht, um genügend Mitglieder zu bekommen, aber an einem muß man zunächst beginnen. Man braucht eine Konstante, also mindestens einen Raum, den man für sich nutzen kann, zum Beispiel ein Partykeller, notfalls ein Hinterzimmer in einer Gaststätte. Jede Verbindung hat mal klein angefangen. Irgendwann sollte man sich auch mal Gedanken zum Namen, den Farben von Band und Mütze, Wappen, Wahlspruch, Zirkel usw. machen.

  7. Frage: Wieviele Leute brauchen wir für eine Neugründung?

    Antwort: Üblich sind wohl mindestens drei, die dann auch gleich die erste Chargenbesetzung bilden.

  8. Frage: Welche Kosten entstehen?

    Antwort: Es entstehen Kosten für Porto, Kopierkosten für das Semesterprogramm, Flugblätter usw. und Couleurartikel, wie Mützen, Bänder und Zipfel. Außerdem müssen die Veranstaltungen finanziert werden.

  9. Frage: Wie finanzieren wir unsere Verbindung?

    Es bietet sich an, bei nahegelegenen studentischen Verbindungen anzufragen, ob und inwieweit sie bei der Anlauffinanzierung unterstützend wirken können. Ist keine Studentenverbindung in der Umgebung, kann man sich erkundigen, ob es in der Nähe einen Altherrenstammtisch der akademischen Korporationsverbände gibt. Die Adressen erhält man bei den Büros der Korporationsverbände; die Adressen findest Du beim CDA, <http://www.akademikerverbaende.de/>, auf dem Cousin-Server, <http://www.cousin.de/cousin/hochschulen.html>, oder beim Open Directory Project, <http://www.dmoz.de>. Beim Open Directory Project gibt es sogar ein eigenes Verzeichnis für Altherrenstammtische, die bereits im Internet vertreten sind.
    Es ist zu empfehlen, die Altherrenstammtische der verschiedenen größten Verbände zu kontaktieren, damit die Schülerverbindung nicht Gefahr läuft, für ein bestimmtes Verbindungskonzept vereinnahmt zu werden. In jedem Fall sollte von Anfang an darauf hingewiesen werden, daß die Verbindung ihre Unabhängigkeit von studentischen Verbindungen gewahrt wissen will. Es erscheint daher sinnvoll, einen separaten Förderverein zu gründen, der die Aufgabe hat, die Verbindung zu finanzieren.

  10. Frage: Wie soll unsere Verbindung heißen?

    Antwort: Verbindungen tragen ganz überwiegend lateinische Namen. Häufig sind es lateinische Namen geographischer Gegebenheiten, eines Gebirges, eines Flusses, eines Landes bzw. Landstrichs oder auch einer Stadt. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, daß keine Verwechslung mit einer ortsansässigen oder nahegelegenen studentischen Verbindung möglich ist. Doppelnamen kommen wiederum fast immer erst durch Verschmelzungen zustande.

  11. Frage: Was ist bei der Wahl der Farben zu beachten?

    Antwort: Vor allem muß eine Verwechslung dem Band mit einer bereits bestehenden Verbindung in der Umgebung ausgeschlossen sein. Bänder sind meistens dreifarbig, d. h. sie bestehen aus drei verschiedenfarbigen Streifen. Zwei Farben (z. B. Blau-Weiß-Blau) sind insofern problematisch, als ein Fremder nicht erkennen kann, ob es sich um das Fuxen- oder das Burschenband handelt. Gleichwohl besitzen gerade viele alte Schülerverbindungen ein dreistreifiges zweifarbiges Burschenband. Vier und mehr Farben bzw. Streifen kommen fast immer nur durch Verschmelzungen mit anderen Verbindungen zustande.

    Die Verbindungen haben sich nie so streng an die Regeln der Heraldik gehalten, aber man sollte diese Regeln bei der Wahl der Farben zumindest kennen. Man unterscheidet Farben (Rot, Grün, Blau, Schwarz usw.) und Metalle, Gold (= Gelb) und Silber (= Weiß). Allgemein soll ein Band nicht zwei Metalle gleichzeitig enthalten, d. h. alle Kombination von Gelb, Weiß, Silber und Gold sollten vermieden werden. Üblicherweise sitzt das Metall beim Burschenband in der Mitte, denn eine andere Regel lautet, daß nicht zwei Farben nebeneinander stehen sollen.

    Das Band ist an den Rändern mit einem eingearbeiteten Metallstreifen eingefaßt, der Perkussion, die es in Silber oder Gold gibt. Ist die Metallfarbe im Band gelb oder golden, ist auch die Perkussion golden; ist die Metallfarbe weiß oder silbern, so ist auch die Perkussion silbern.

    Das Fuxenband ist zweifarbig (zwei Farben, die im Burschenband enthalten sind). Entweder besteht es aus aus zwei unterschiedlich gefärbten Streifen oder aus drei Streifen, wobei die beiden äußeren Streifen gleichfarbig sind.

    Ist das zweifarbige Burschenband also beispielsweise rot-weiß-rot, könnte das Fuxenband weiß-rot-weiß, rot-weiß oder weiß-rot sein. Ist ein dreifarbiges Burschenband etwa grün-weiß-blau, könnte das Fuxenband grün-weiß, weiß-blau, grün-weiß-grün, blau-weiß-blau, weiß-grün-weiß, weiß-blau-weiß oder auch (nicht optimal, weil zwei Farben nicht nebeneinander stehen sollen) grün-blau sein.

    Hat ein dreistreifiges Burschenband aber in den äußeren Streifen Metalle, und in der Mitte eine Farbe (wird nicht empfohlen!), kann das Fuxenband nur zweistreifig sein, denn der Bursch muß -- nach Streifen gezählt -- mehr Farben im Band haben als der Fux, sonst gibt es Verwechslungen. Beispiel: Das Burschenband ist weiß-rot-weiß, das Fuxenband rot-weiß oder weiß-rot.

    Die Farben der Mütze: Früher wurden an den Schulen Schülermützen getragen (beispielsweise zu sehen in der »Feuerzangenbowle« mit Heinz Rühmann). Bislang konnte noch nicht geklärt werden, wonach sich die Farbgebung der Mützen richtete; deshalb werden die verschiedenen dazu aufgestellten Thesen hier ungeprüft wiedergegeben: So seien die Mützen der Gymnasiasten rot, die der Realschüler grün gewesen. (Und in der Tat haben viele Abiturien rote Mützen und Absolvien grüne Mützen.) Bei anderen Schulen sind die Schülermützen aber weder rot noch grün, sondern z. B. blau. Abgesehen von der Farbe des Tuches gibt es noch Besonderheiten bei den Mützenstreifen. Die Mützenstreifen unterschieden sich bei wahrscheinlich allen Schulen je nach Jahrgangsstufe. Oder die Farben der Schülermütze waren nach Jahrgang unterschiedlich, und an den Mützenstreifen war die Schule zu erkennen. Im übrigen war es möglicherweise häufig oder sogar immer so, daß die dreistreifigen Mützenbänder zweifarbig waren. Das wäre eine Erklärung dafür, daß viele Schülerverbindungen dreistreifige Farben haben, die nur zweifarbig sind. Möglicherweise gab es auch alle hier dargestellten Unterscheidungen, und es existierten von Stadt zu Stadt oder Region zu Region unterschiedliche Farbgebungssysteme. Die Schülermützen wurden von den Nazis abgeschafft.

    Bei der Wahl der Mützenfarbe bietet es sich also an, nachzuforschen, wie früher die Schülermützen an Deiner Schule aussahen. Das ist sicherlich auch von Bedeutung für die Wahl der Farben des Bandes. Gleichwohl muß sich die Mützenfarbe nicht notwendigerweise auch im Band wiederfinden, obwohl das im Regelfall aus ästhetischen Gründen so gehandhabt wird. Bei den Farben des Bandes spielt sicher auch der Name der Verbindung eine Rolle. Trägt die Verbindung den latinisierten Namen eines Landes oder der Stadt, bieten sich die entsprechenden Landes- bzw. Stadtfarben an.

    Listen mit Landes- und Stadtfarben findest Du unter <http://www.frankfurter-verbindungen.de/fundgrube/farben/>.

  12. Frage: Wie sieht denn so ein Band genau aus, mit Perkussion und allem?

    Antwort: Du kannst es Dir anschauen unter <http://www.svfaq.de/fundgrube/band.jpg>.

  13. Frage: Ist bei Schülerverbindungen eine bestimmte Mützenform üblich?

    Antwort: Vorherrschend ist das Tellerformat. Es gibt anscheinend auch eine eigene Schülermütze, aber das ist noch nicht abschließend geklärt. Am besten von einem der zahlreichen Couleurhändler beraten lassen, zum Beispiel bei der Firma Bitter, <bitter@couleur.at>. Für Alte Herren ist auch das Tragen eines Cerevis und eines Tönnchens erlaubt.

  14. Frage: Woran liegt es, daß neugegründete Schülerverbindungen häufig nicht lange überleben? Wie kann man dem begegnen?

    Antwort: Die kurze Lebensdauer dieser Schülerverbindungen hat wohl drei Gründe:

    Zum einen ist die Aktivenzeit recht kurz, so daß es einer höheren Beitrittszahl als bei Studentenverbindungen bedarf, welche auch noch regelmäßig erfolgen muß, damit ein Aktivenbetrieb aufrecht erhalten werden kann. Eine Studentenverbindung kann es sich, wenn auch nur schwer, leisten, sechs Semester keinen Fux zu keilen, da eine gute Infrastruktur besteht (Freundschaftsbünde, Haus, Altherrenschaft, Inaktive), die dann immer noch für neue Füxe als "Ausbilder" fungieren können. Bei Schülern ist nach drei Jahren ohne Nachwuchs der Ofen aus, da diese Infrastruktur nicht existiert, höchstens ortsanwesende Alte Herren.

    Der zweite Grund ist eine altersspezifische Grundhaltung: Bindungen werden in diesem Alter noch nicht für so wichtig empfunden, Freunde kommen und gehen. Daher wird diese Funktion der Schülerverbindung eher iritiert zur Kenntnis genommen und später von vielen reumütig gewürdigt, wie Verbindungsschüler aus Gesprächen mit Conabiturienten erfahren haben. Zu Schulzeiten wurde die Einordnung in eine Gruppe mit ihren "Zwängen" aber von außen eher als negativ gesehen, zumal Mädchen nur bedingt anwesend sind. Aber insbesondere in der Schulzeit ist das Interesse an gemeinsamen Feiern doch recht groß, und auch noch später ist der Einfluß von Freundinnen nicht zu unterschätzen ...

    Der dritte Grund betrifft nur solche Schülerverbindungen, die von studentischen Verbindungen zu Nachwuchszwecken gegründet wurden.
    Hier besteht oft die Versuchung, die Schülerverbindung der eigenen Hochschulverbindung nachzubilden, d. h. ihr beispielsweise eine politische, konfessionelle oder musische Richtung vorzugeben. Davon kann -- jedenfalls in Deutschland -- nur dringend abgeraten werden. Erfahrungsgemäß überleben diese Verbindungen kaum jemals einen Zeitraum von fünf Jahren. Das liegt daran, daß es nicht gelingt, Söhne von Alten Herren aller Hochschulkorporationsverbände für die Verbindung zu gewinnen, und Altherrensöhne stellen für Schülerverbindungen eine wichtige Nachwuchsquelle dar.
    Ein weiterer Fehler ist es, den Mitgliedern vorzuschreiben, daß sie später nur einer bestimmten Art von Hochschulkorporation beitreten dürfen. Damit sind unschöne Streitereien vorprogrammiert, die leicht einer ganzen Aktivengeneration den Spaß an der Verbindung verderben können und möglicherweise sogar den Bestand der Verbindung gefährden.

 

 

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