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Last-modified: 2002-11-12
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SVFAQ (Version vom 12.11.02)
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   Häufig gestellte Fragen zum Thema: Wie gründe ich eine
   Schülerverbindung?

Freundschaften erhalten, mit einem zeitlosen Konzept, das begeistert!

Schülerverbindungen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Nicht jedesmal muß man dazu das Rad neu erfinden, genausowenig muß man alle Fehler selbst ausprobieren. Hier steht (hoffentlich) alles, was man wissen muß, damit man mit einer Neugründung Erfolg hat. Viel Spaß beim Gründen! :)

INHALT
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  1. Vorbemerkungen
  2. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
    1. Allgemeines
    2. Mitgliedschaft
    3. Organisatorisches
    4. Satzung
    5. Gründung
  3. Ferienverbindungen
  4. Gründungsaufruf
  5. Selbstdarstellungstext
  6. Verwendete Abkürzungen
  7. Links in die weite Welt
  8. Literaturhinweise
  9. Impressum, Copyright, GNU GPL, Dank

 
I. VORBEMERKUNGEN
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Ähnlich wie bei studentischen Verbindungen gibt es ganz erhebliche Unterschiede im Selbstverständnis, der Struktur und im Brauchtum.

Grob kann man zwei Typen einteilen:

  1. Verbindungen mit eigener Tradition ohne Bindung zu studentischen Verbindungen, vor allem in Franken oder Baden. Dies sind die »klassischen« Schülerbünde.

  2. Schülerverbindungen, die in neuerer Zeit gegründet wurden. Häufig kam der Anstoß durch Kontakte von Schülern zu Mitgliedern studentischer Verbindungen zustande.

Manche Bünde sind schulungebunden, d. h. nehmen Mitglieder von verschiedenen Schulen auf. Manche nehmen nur Schüler einer bestimmten Schule auf; sie sind quasi eine Art Absolventenvereinigung dieser Schule.

 
II. HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN (FAQ)
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1. ALLGEMEINES
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  1. FRAGE: Warum sollte ich eine Schülerverbindung gründen wollen?

    ANTWORT: Einige Anhaltspunkte bietet die Seite <http://www.absolvia-nbg.org/warum.html>.

  2. FRAGE: Sind Verbindungen nicht irgendwie rechts?

    ANTWORT: Selbst wenn es so wäre, heißt das nicht, daß Deine Schülerverbindung auch so sein müßte. Wenn Du zusammen mit Leuten, die Du gut kennst, eine Verbindung gründest, dann bestimmt *Ihr* einzig und allein, welche Werte und Ziele diese Verbindung vertreten soll.
    Unabhängig davon: Was von den verbreiteten Vorurteilen im Hinblick auf Verbindungen zu halten ist, kannst Du auf der Seite <http://www.frankfurter-verbindungen.de/vorurteile/> nachlesen. Jedenfalls vom Ansatz her sind Verbindungen kein rechtes, sondern ein liberales Phänomen.

  3. FRAGE: Wo bekomme ich eine aktuelle Version dieser FAQ?

    ANTWORT: Die FAQ wird monatlich in <news:de.answers>, <news:news.answers> und <news:de.soc.studium.verbindungen> gepostet. Sie ist auch im Web auf der Seite <http://www.svfaq.de/svfaq/> verfügbar.

  4. FRAGE: Ich habe eine Frage, die in dieser FAQ nicht beantwortet wird. An wen kann ich mich wenden?

    ANTWORT: Du kannst Dich direkt an den Verwalter dieser FAQ wenden: <gail@gmx.de>. Wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist, wird sie dann auch in die FAQ aufgenommen.

  5. FRAGE: Fux, Bursch, Alter Herr? Ich verstehe nur Bahnhof. Wo kann ich mich schlau machen?

    ANTWORT: Die meisten Begriffe sind hier erklärt: <http://www.honovere.de/lexikon/>.

  6. FRAGE: Wie ist eine Schülerverbindung organisiert?

    ANTWORT: Eine Schülerverbindung besteht typischerweise aus zwei organisatorisch getrennten Gruppen: Aktivenverband und Altherrenverband. Der Aktivenverband besteht aus denjenigen Mitgliedern, die noch zur Schule gehen, den sog. Aktiven. Der Altherrenverband besteht aus denjenigen, die die Schule verlassen haben, den Alten Herren. Der Kern der Verbindung ist der Aktivenverband, der meist als Aktivitas bezeichnet wird. Der Aktivenverband regelt alle seine Angelegenheiten in freier Selbstverwaltung auf seiner Mitgliederversammlung, dem Convent. Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen der Chargierten, die vom Convent gewählt werden. Neben den Chargierten gibt es noch den Fuxmajor, der bei manchen Schülerverbindungen auch zu den Chargierten zählt, und für die Betreuung und Ausbildung der Füxe -- so heißen die Neumitglieder der Verbindung -- zuständig ist, sowie einige andere Amtsträger. Die Chargen und Ämter werden vom Convent jeweils meist für ein Semester gewählt.

  7. FRAGE: Gibt es auch Schülerinnen-Verbindungen?

    ANTWORT: Ja. (In Deutschland gibt es offenbar nur zwei: die Amazonia Bayreuth und die Sorores Hypatiae Oldenburg. In Österreich und der Schweiz gibt es einige mehr.)

  8. FRAGE: Welche Bücher gibt es, die sich mit der Geschichte der Schülerverbindungen beschäftigen?

    ANTWORT: Der Klassiker ist /Die Pennalie/ von Oskar Waas (s. Literaturhinweise).

  9. FRAGE: Gibt es zur Geschichte der Schülerverbindungen auch hilfreiche Quellen im Internet?

    ANTWORT: <http://www.ernestina.de/archiv/festrede.htm>

  10. FRAGE: Gibt es berühmte Mitglieder von Schülerverbindungen?

    ANTWORT: Müßte man mal nachforschen. »Turnvater« Jahn, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Reichskanzler Otto von Bismarck, die Komponisten Robert Schumann und Richard Wagner, der expressionistische Lyriker Georg Heym, der Kommunist und »rasende Reporter« Egon Erwin Kisch, der Schriftsteller Ludwig Thoma, der Theologe und »Vater der Bekennenden Kirche« Karl Barth, der »Vater des Wirtschaftswunders« Ludwig Erhard, der berühmte Dirigent Herbert von Karajan und angeblich auch unser früherer Bundespräsident Roman Herzog.

  11. FRAGE: Gibt es auch an Realschulen Schülerverbindungen?

    ANTWORT: Geschichtlich gesehen kommen die alten Absolvien (nicht Absolventen-Verbindungen!) von solchen Schulen. Die Abiturien stammen von den Gymnasien. Viele heutige Gymnasien waren früher Realschulen, Handelsschulen usw. -- so gibt es auch heute noch die eine oder andere »Real-Absolvia« -- allerdings ist man damals im letzten Schuljahr (heutige 10., daher auch die Parallele) als Fux aktiv geworden und mit dem Abschluß als »Absolvent« der Absolvia beigetreten -- in der Abschlußklasse führte man in der Pennälermütze weiß-grün-weiß als Farben, die man heute noch bei vielen Absolven-Bünden findet.

  12. FRAGE: Gibt es auch Schülerverbindungen im Ausland?

    ANTWORT: Jedenfalls in Österreich, der Schweiz, aber anscheinend auch in Frankreich (Lyon) und in Italien (Bozen), Ungarn und Rumänien. Von anderen Ländern ist bislang nichts bekannt.

  13. FRAGE: Gibt es einen Dachverband der Schülerverbindungen?

    ANTWORT: Es gibt zwar einzelne Verbände, jedoch meines Wissens keinen Dachverband. Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es aber offenbar eine »Interessengemeinschaft 'Schülerverbindungen in Deutschland'« und wohl in der Folge ein »Allgemeines Schüler(verbindungs)Kartell« (ADSK), das jedoch spätestens 1988 scheiterte.

  14. FRAGE: Wo bekomme ich die Adressen der bestehenden Schülerverbindungen her?

    ANTWORT: Es gibt im Internet ein ständig aktualisiertes Adreßverzeichnis unter <http://www.honovere.de/verzeichnis/>. (Vielleicht gibt es ja schon eine Schülerverbindung bei Dir in der Nähe!) In dem verbreiteten Nachschlagewerk /Civis Academicus/ ist ein Verzeichnis der Schülerverbindungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden (s. Literaturhinweise).

  15. FRAGE: Wie finde ich Kontakt zu einer hilfsbereiten Studentenverbindung?

    ANTWORT: Die wichtigsten Links findest Du auf dem Cousin-Server, <http://www.cousin.de/cousin/hochschulen.html>, oder beim Open Directory Project, <http://www.dmoz.de> (nach »Studentenverbindungen« suchen).

  16. FRAGE: Was für Lieder werden bei Schülerverbindungen gesungen?

    ANTWORT: Dieselben wie bei studentischen Verbindungen. Die am häufigsten gesungenen Lieder findet man auf der Seite <http://www.frankfurter-verbindungen.de/studentenlieder/>. Dort gibt es bei den meisten Liedern auch Melodien im MIDI-Format zu Mitsingen.

  17. FRAGE: Es gibt auch schlagende Schülerverbindungen. Wie laufen bei denen die Mensuren ab?

    ANTWORT: Da gibt es vier Arten:

    1. Stockfechten;
    2. Säbelfechten mit stumpfen Säbeln nach Säbelcomment mit leichten Abwandlungen. Der Fechtstil ist völlig anders als beim Fechten auf akademischen Schläger. Der Oberkörper ist dabei frei, und es wird ein Paukhelm getragen.
    3. Rötelmensuren. Dabei wird auf studentischen Schlägercomment gefochten, aber mit Paukhelm, der mit weißem Stoff bezogen ist. Der Schläger wird dabei mit farbiger Kreide oder Lippenstift eingefärbt, so daß ein Treffer auf dem weißen Stoff sichtbar wird. Die Treffer werden wohl auch ausgemessen und addiert, und ab einer bestimmten Länge gilt der Paukant als abgestochen.
    4. In Wien wird auf WKR-Comment gefochten, allerdings mit einer Maske, die das gesamte Gesicht schützt.
    Daneben gibt es auch Schülerverbindungen, die zwar grundsätzlich nichtschlagend sind, es aber erlauben, später als Student, und dann auch nach studentischem Comment, auf das Band der Schülerverbindung zu fechten.

  18. FRAGE: Wie sieht denn die Nachwuchssituation der bestehenden Schülerverbindungen aus?

    ANTWORT: Sie unterliegt über die Jahre hinweg ähnlich großen Schwankungen wie bei studentischen Verbindungen; Vertagungen und Fusionen hat es immer gegeben. Es sind aber durchaus auch Fuxenzahlen in Größenordnungen von zehn, fünfzehn Füxen anzutreffen.

2. MITGLIEDSCHAFT
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  1. FRAGE: Ab welchem Alter kann man Mitglied in einer Schülerverbindung werden?

    ANTWORT: Bei manchen Schülerverbindungen kann jeder Schüler des Gymnasialzweiges aktiv werden, dann erfolgt die Aufnahme manchmal ab der 8., meist aber ab der 10. Klasse, bei den fränkischen Schülerverbindungen kann man meist erst als Oberstufenschüler aktiv werden, nur in Ausnahmefällen bereits in der 10. Klasse.

  2. FRAGE: Gibt es bei Schülerverbindungen die gleichen Grade, Fux, Bursch, Inaktiver, Alter Herr, wie bei akademischen Korporationen?

    ANTWORT: Ja! Fux wird man mit Bandaufnahme, dann aktiver Bursch, vor dem Abitur inaktiver Bursch und nach dem Abitur Alter Herr. Bei manchen Schülerverbindungen (in Franken) ist der Inaktivenstatus unbekannt.

  3. FRAGE: Wovon hängt es ab, wann ein Fux rezipiert (endgültig aufgenommen) wird?

    ANTWORT: Die Rezeption findet nach bestandener Burschenprüfung statt. Zur Burschenprüfung wird beispielsweise zugelassen, wer ein Semester lang Fux war, einmal chargiert hat und an mindestens einem Couleurbummel teilgenommen hat. Bei anderen Schülerverbindungen muß der Fux einen Vortrag halten, um zur Burschenprüfung zugelassen zu werden.

  4. FRAGE: Wenn eine Schülerverbindung den Inaktivenstatus nicht kennt, kann man sich dann in der Zeit vor dem Abitur beurlauben lassen?

    ANTWORT: Ist theoretisch möglich, kommt aber kaum vor, da der zeitliche Aufwand für das Aktivenleben wesentlich geringer als bei einer Studentenverbindung ist.

  5. FRAGE: Manche Schülerverbindungen kennen den Conkneipantenstatus. Wann wird man denn dort Conkneipant?

    ANTWORT: Wenn man kein "normales Mitglied" werden kann: z. B. an einer anderen Schule ist bzw. gewechselt hat, oder erst nach dem Abitur dazustößt. Nach einigen Jahren "Bewährung" werden Conkneipanten meist ordentliche Mitglieder des Altherrenverbandes. Mitglieder von Studentenverbindungen können meist sofort Alte Herren werden.

3. ORGANISATORISCHES
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  1. FRAGE: Gibt es ein Semesterprogramm oder heißt das irgendwie anders?

    ANTWORT: Ja, dieser Begriff ist durchaus üblich. Das "Semester" ist in der Regel das Schulhalbjahr, in Einzelfällen auch das Kalenderhalbjahr. Bei Schülerverbindungen, die an einem Hochschulort ansässig sind, kann das Semester auch mit dem Semester der entsprechenden Hochschule übereinstimmen.

  2. FRAGE: Wie häufig und zu welchen Gelegenheiten werden Kneipen geschlagen?

    ANTWORT: Abgesehen von der überall üblichen Semesterantritts- und -abschlußkneipe, sind die Unterschiede ähnlich groß wie bei den studentischen Verbindungen, d. h. bei manchen gibt es darüber hinaus noch sog. "Monatskneipen", die dann häufig unter ein bestimmtes Motto gestellt werden.

  3. FRAGE: Gibt es auch Schülerverbindungen, die ein eigenes Haus haben?

    ANTWORT: Von Schülerverbindungen, die ein eigenes Haus haben, ist bislang nichts bekannt, wohl gibt es angemietete Räume, die dann entsprechend eingerichtet sind.

  4. FRAGE: Wohnt man dort dann auch?

    ANTWORT: Nein. Da die Schüler im direkten Einzugsbereich eines Gymnasiums wohnen, gibt es auch dafür keinen Bedarf.

  5. FRAGE: Gibt es einen Ferienvertreter?

    ANTWORT: Nein. Im Schuljahr gibt es ja keine "Semesterferien", und die Schulferien gehen ja nur über einige Wochen. In den Sommerferien ruht der Aktivenbetrieb. Allerdings sind in dieser Zeit schon die Chargierten des darauffolgenden Wintersemesters im Amt.

  6. FRAGE: Gibt es Veranstaltungen während der Sommerferien?

    ANTWORT: Bei einigen Schülerverbindungen gibt es Ferienstammtische.

  7. FRAGE: Haben Schülerverbindungen eigene Bundeszeitungen?

    ANTWORT: Manche schon. Die werden dann aber vom Altherrenverband herausgegeben.

4. SATZUNG
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  1. FRAGE: Ist es notwendig, Konstitution und Comment zu trennen? Kann man das nicht zu einem Text zusammenfassen?

    ANTWORT: Ja, es ist notwendig, beides zu trennen. Die Konstitution ist vereinsrechtlich die Satzung, der Comment ist eine sog. Ordnung. Die Konstitution ist gewissermaßen die Geschäftsgrundlage, aufgrund welcher die Mitglieder in die Verbindung eintreten. In ihr ist die grundsätzliche Richtung der Verbindung vorgegeben, etwa: Männerbund, politische und religiöse Neutralität usw. Wer in die Verbindung eintritt, darf darauf vertrauen, daß über diese Grundsätze Konsens besteht. Deshalb ist die Änderung der Konstitution an hohe Mehrheiten gebunden. Der Comment hingegen kann vergleichsweise einfach verändert und erweitert werden. Im Comment werden die Vorschriften der Konstitution konkretisiert sowie das Brauchtum der Verbindung aufgeschrieben. Vor allem bei Hochschulverbindungen ist der Comment sogar in verschiedene Regelwerke aufgeteilt, etwa den Kneipcomment, den Farbencomment, Gesellschaftscomment usw. Das kann man natürlich auch machen.

  2. FRAGE: Sehen die Schülerverbindungen vor, daß ihre Mitglieder nach Verlassen der Schule ein Studium aufnehmen?

    ANTWORT: Nein.

  3. FRAGE: Gibt es bei Schülerverbindungen einen Getränkewart?

    ANTWORT: Wenn die Schülerverbindung als Konstante eine Gaststätte hat, dann nicht. Wenn sie ihre Kneipen auf dem Haus einer studentischen Verbindung schlägt, erstellt der Getränkewart der Studentenverbindung eine Rechnung. Hat die Schülerverbindung einen angemieteten Raum, ist in der Regel einer der Chargierten zuständig.

  4. FRAGE: Wie häufig sind die Fuxenstunden?

    ANTWORT: Gewöhnlich alle zwei Wochen, bei manchen Schülerverbindungen auch jede Woche. Die Fuxenstunden werden wohl meistens vor Veranstaltungen abgehalten. In den Ferien finden keine Fuxenstunden statt.

  5. FRAGE: Wird das Band der Schülerverbindung neben dem Band der akademischen Korporation getragen?

    ANTWORT: Möglich ist das. Vom Coburger Convent ist bekannt, daß er diese Frage den Conventen seiner Mitgliedsbünde überläßt, von anderen Verbänden liegen bislang keine Informationen vor. Im Zweifel bestimmen das die Convente beider (aller) betroffenen Verbindungen.

  6. FRAGE: Welche Besonderheiten im Brauchtum gibt es bei Schülerverbindungen?

    ANTWORT: Das Brauchtum differiert bei den unterschiedlichen Schülerbünden ähnlich, wie es bei den studentischen Bünden der Fall ist. Allgemein ist zu beobachten, daß bei Schülerverbindungen noch Bräuche praktiziert werden, die bei Studentenverbindungen im allgemeinen nicht mehr üblich sind (z. B. Biernamen, Fuxentaufe). Auch verwenden Schülerverbindungen als Kneipsprache historisch bedingt (Lateinschulen) grundsätzlich mehr Latein, als das bei studentischen Korporationen üblich ist.

  7. FRAGE: Können die Eltern ihrem Sohn die Mitgliedschaft untersagen?

    ANTWORT: Wenn der Schüler nicht volljährig ist: Ja!

  8. FRAGE: Was kann man tun, um Widerständen der Eltern zu begegnen?

    ANTWORT: Mann sollte versuchen, die Eltern mit Einladungen zu Veranstaltungen zu überzeugen. Bewährt hat sich eine jährliche "Väterkneipe", zu der der Altherrenverband die Väter der Aktiven einlädt.

  9. FRAGE: Wie sehen die Leistungen der Mitglieder von Schülerverbindungen im Vergleich zu den Mitschülern aus?

    ANTWORT: Anscheinend nicht besser oder schlechter als bei Nichtkorporierten. Allerdings wird von Altherrenseite darauf geachtet, daß es keine Negativbeispiele gibt.

  10. FRAGE: Wie gehen Schülerverbindungen mit dem Thema Alkohol um?

    ANTWORT: Generell sind alkoholische und nichtalkoholische Getränke gleichberechtigt, teilweise ist das sogar satzungsmäßig verankert. Vereinzelt ist der Kneipleiter darüber zu informieren (mehr nicht!), wenn jemand nichtalkoholische Getränke zu sich nimmt. Das "Kohlen" von Bundesbrüdern, die keinen Alkohol trinken, ist strengstens untersagt. Aufgrund schlechter Erfahrungen wird vereinzelt Autofahren nach einer bestimmten Menge Bieres vom Convent mit Strafantrag geahndet. Bei manchen Verbindungen holen Alte Herren die Aktiven ab und bringen sie (ca. 22.00 Uhr!) wieder nach Hause. Das beruhigt auch die Eltern.

  11. FRAGE: In welchen Abständen werden die Convente abgehalten?

    ANTWORT: Üblicherweise wohl monatlich.

  12. FRAGE: Welche Funktionen haben der Erstchargierte, Zweitchargierte und Drittchargierte?

    ANTWORT: Das wird unterschiedlich gehandhabt: Der Zweitchargierte bzw. der Drittchargierte haben entweder die Funktion des Kassenwartes oder des Schriftwartes. Dem Erstchargierten obliegt die Gesamtverantwortung für die Verbindung. Teilweise ist auch der Zweitchargierte der Schriftwart und der Fuxmajor der Drittchargierte.

  13. FRAGE: Welche Ämter gibt es sonst noch?

    ANTWORT: Beispielsweise Fotowart, Geburtstagswart, Sportwart, und natürlich den Fuxmajor.

  14. FRAGE: Was macht denn ein Geburtstagswart?

    ANTWORT: Der Geburtstagswart ist dafür zuständig, den Eltern der Bundesbrüder, falls gewünscht, im Namen des Bundes zum Geburtstag und zu Weihnachten eine Karte zu schicken. Die Idee basierte auf der Annahme, daß dadurch die Akzeptanz gegenüber den Aktivitäten des Bundes bzw. Sohnes gesteigert werden könnte. Zum Teil durchaus erfolgreich.

  15. FRAGE: Wie hoch sind die Beiträge, die eine Schülerverbindung gewöhnlich erhebt? Für Aktive/Alte Herren?

    ANTWORT: Altherrenbeitrag in der Größenordnung von 10 bis 30 Euro pro Jahr, für Aktive 1 bis 2,50 Euro pro Monat.

  16. FRAGE: Wo kann ich eine Mustersatzung bekommen?

    ANTWORT: Bei mir, <gail@gmx.de>.

  17. FRAGE: Besitzen Schülerverbindungen eigene Ehrenordnungen?

    ANTWORT: In Deutschland ist das eher die Ausnahme und offenbar besteht daran auch kein Bedarf. Wenn nötig, kann auf das Erlanger Ehrenabkommen zurückgegriffen werden. Es ist im Web auf der Seite <http://www.akademikerverbaende.de> unter "Regelwerke" zu finden.

5. GRÜNDUNG
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  1. FRAGE: Was kann man tun, um an der Schule bekannt zu werden?

    ANTWORT: Zunächst die üblichen Wege: Flugblätter, Plakate, Internet usw. Teilweise ist man mit Partys sehr erfolgreich. Eventuell eine eigene Schülerzeitung machen und verbreiten. Eine gute Idee sind Aufkleber, die man auf Hefte, Buchumschläge und den Terminkalender kleben kann. Auch Pins mit den Farben, die man an der Jacke befestigen kann, haben sich bewährt. An einigen Schulen haben die Schülerverbindungen auch einen eigenen Schaukasten. Man kann versuchen, sich im Rahmen einer Projektwoche positiv darzustellen (z. B. Beitrag zur Geschichte, Wartburgfest, Hambacher Fest, Vormärz usw.).

  2. FRAGE: Wie stellt man Kontakt zur Schulleitung her?

    ANTWORT: Der Kontakt zur Schulleitung sollte durch ein persönliches Gespräch aufgebaut und durch regelmäßige Einladungen gepflegt werden, um so zum einen Räumlichkeiten für Convente sowie Aushangmöglichkeiten zu erhalten, zum anderen aber auch deshalb, damit der Schulleiter von Verbindungsseite über Ziele und Grundsätze der Schülerverbindung informiert ist und so im Kollegium bei Steitigkeiten fundiert Stellung nehmen kann. Dies gilt auch bei eventuellen Schülerzeitungsartikeln. Rückendeckung der Schulleitung kann hier sehr hilfreich sein.

  3. FRAGE: Wir befürchten, daß unsere Schulleitung und die Lehrer die Gründung einer Schülerverbindung nicht gutheißen. Was sollen wir tun?

    ANTWORT: Es kommt darauf an, ob Schulleitung und Lehrer sich überzeugen lassen. Vielleicht befürchtet die Schulleitung nur, daß es sich um eine rechtslastige Organisation handelt. Solche Befürchtungen solltet Ihr widerlegen können. Wenn Ihr dadurch Nachteile befürchtet, daß Ihr Euch zu Erkennen gebt, dann könnt Ihr ein Mitglied zur Schulleitung schicken, das die Schule bereits verlassen hat, um diese Befürchtungen zu widerlegen. Im übrigen könnt Ihr eine Seite ins Internet stellen, und dort Eure Werte und Ziele darstellen. Im Impressum

    Wenn dennoch keine Hoffnung besteht, daß die Schulleitung und Lehrer Euch akzeptieren, bleibt Euch wohl nichts anderes übrig als abzutauchen: Schülerverbindungen waren vor dem 1. Weltkrieg lange Zeit verboten. Sie hielten ihre Existenz daher geheim oder tarnten sich als Kegelvereine oder literarische Zirkel. Außerdem wurden Decknamen (»Biernamen« oder »Kneipnamen«) verwendet. Ihr könnt das genauso machen.

  4. FRAGE: Kann auch ein Nichtkorporierter Gründungsbursch einer Verbindung sein?

    ANTWORT: Selbstverständlich! Die "klassischen" Schülerverbindungen wurden von *Schülern* gegründet, die ja nicht irgendwo aktiv gewesen sein konnten. Wohl bestanden Kontakte zu korporierten Studenten, von denen man sich das entsprechende Wissen angeeignet hat.

  5. FRAGE: In meiner Stadt gab es früher mal eine Schülerverbindung. Kann man eine erloschene Schülerverbindung wieder aufmachen?

    ANTWORT: Solange es noch lebende Mitglieder dieser Verbindung gibt, kann man das ohne weiteres. Ansonsten ist das eigentlich nicht möglich, wenngleich das vereinzelt trotzdem gemacht wurde.

  6. FRAGE: Wie nimmt man die Gründung in Angriff?

    ANTWORT: Zunächst mal braucht man natürlich ein paar Leute. Es ist zu überlegen, ob ein Gymnasium ausreicht, um genügend Mitglieder zu bekommen, aber an einem muß man zunächst beginnen. Man braucht eine Konstante, also mindestens einen Raum, den man für sich nutzen kann, zum Beispiel ein Partykeller, notfalls ein Hinterzimmer in einer Gaststätte. Jede Verbindung hat mal klein angefangen. Irgendwann sollte man sich auch mal Gedanken zum Namen, den Farben von Band und Mütze, Wappen, Wahlspruch, Zirkel usw. machen.

  7. FRAGE: Wieviele Leute brauchen wir für eine Neugründung?

    ANTWORT: Üblich sind wohl mindestens drei, die dann auch gleich die erste Chargenbesetzung bilden.

  8. FRAGE: Welche Kosten entstehen?

    ANTWORT: Es entstehen Kosten für Porto, Kopierkosten für das Semesterprogramm, Flugblätter usw. und Couleurartikel, wie Mützen, Bänder und Zipfel. Außerdem müssen die Veranstaltungen finanziert werden.

  9. FRAGE: Wie finanzieren wir unsere Verbindung?

    Es bietet sich an, bei nahegelegenen studentischen Verbindungen anzufragen, ob und inwieweit sie bei der Anlauffinanzierung unterstützend wirken können. Ist keine Studentenverbindung in der Umgebung, kann man sich erkundigen, ob es in der Nähe einen Altherrenstammtisch der akademischen Korporationsverbände gibt. Die Adressen erhält man bei den Büros der Korporationsverbände; die Adressen findest Du beim CDA, <http://www.akademikerverbaende.de/>, auf dem Cousin-Server, <http://www.cousin.de/cousin/hochschulen.html>, oder beim Open Directory Project, <http://www.dmoz.de>. Beim Open Directory Project gibt es sogar ein eigenes Verzeichnis für Altherrenstammtische, die bereits im Internet vertreten sind.
    Es ist zu empfehlen, die Altherrenstammtische der verschiedenen größten Verbände zu kontaktieren, damit die Schülerverbindung nicht Gefahr läuft, für ein bestimmtes Verbindungskonzept vereinnahmt zu werden. In jedem Fall sollte von Anfang an darauf hingewiesen werden, daß die Verbindung ihre Unabhängigkeit von studentischen Verbindungen gewahrt wissen will. Es erscheint daher sinnvoll, einen separaten Förderverein zu gründen, der die Aufgabe hat, die Verbindung zu finanzieren.

  10. FRAGE: Wie soll unsere Verbindung heißen?

    ANTWORT: Verbindungen tragen ganz überwiegend lateinische Namen. Häufig sind es lateinische Namen geographischer Gegebenheiten, eines Gebirges, eines Flusses, eines Landes bzw. Landstrichs oder auch einer Stadt. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, daß keine Verwechslung mit einer ortsansässigen oder nahegelegenen studentischen Verbindung möglich ist. Doppelnamen kommen wiederum fast immer erst durch Verschmelzungen zustande.

  11. FRAGE: Was ist bei der Wahl der Farben zu beachten?

    ANTWORT: Vor allem muß eine Verwechslung dem Band mit einer bereits bestehenden Verbindung in der Umgebung ausgeschlossen sein. Bänder sind meistens dreifarbig, d. h. sie bestehen aus drei verschiedenfarbigen Streifen. Zwei Farben (z. B. Blau-Weiß-Blau) sind insofern problematisch, als ein Fremder nicht erkennen kann, ob es sich um das Fuxen- oder das Burschenband handelt. Gleichwohl besitzen gerade viele alte Schülerverbindungen ein dreistreifiges zweifarbiges Burschenband. Vier und mehr Farben bzw. Streifen kommen fast immer nur durch Verschmelzungen mit anderen Verbindungen zustande.

    Die Verbindungen haben sich nie so streng an die Regeln der Heraldik gehalten, aber man sollte diese Regeln bei der Wahl der Farben zumindest kennen. Man unterscheidet Farben (Rot, Grün, Blau, Schwarz usw.) und Metalle, Gold (= Gelb) und Silber (= Weiß). Allgemein soll ein Band nicht zwei Metalle gleichzeitig enthalten, d. h. alle Kombination von Gelb, Weiß, Silber und Gold sollten vermieden werden. Üblicherweise sitzt das Metall beim Burschenband in der Mitte, denn eine andere Regel lautet, daß nicht zwei Farben nebeneinander stehen sollen.

    Das Band ist an den Rändern mit einem eingearbeiteten Metallstreifen eingefaßt, der Perkussion, die es in Silber oder Gold gibt. Ist die Metallfarbe im Band gelb oder golden, ist auch die Perkussion golden; ist die Metallfarbe weiß oder silbern, so ist auch die Perkussion silbern.

    Das Fuxenband ist zweifarbig (zwei Farben, die im Burschenband enthalten sind). Entweder besteht es aus aus zwei unterschiedlich gefärbten Streifen oder aus drei Streifen, wobei die beiden äußeren Streifen gleichfarbig sind.

    Ist das zweifarbige Burschenband also beispielsweise rot-weiß-rot, könnte das Fuxenband weiß-rot-weiß, rot-weiß oder weiß-rot sein. Ist ein dreifarbiges Burschenband etwa grün-weiß-blau, könnte das Fuxenband grün-weiß, weiß-blau, grün-weiß-grün, blau-weiß-blau, weiß-grün-weiß, weiß-blau-weiß oder auch (nicht optimal, weil zwei Farben nicht nebeneinander stehen sollen) grün-blau sein.

    Hat ein dreistreifiges Burschenband aber in den äußeren Streifen Metalle, und in der Mitte eine Farbe (wird nicht empfohlen!), kann das Fuxenband nur zweistreifig sein, denn der Bursch muß -- nach Streifen gezählt -- mehr Farben im Band haben als der Fux, sonst gibt es Verwechslungen. Beispiel: Das Burschenband ist weiß-rot-weiß, das Fuxenband rot-weiß oder weiß-rot.

    Die Farben der Mütze: Früher wurden an den Schulen Schülermützen getragen (beispielsweise zu sehen in der »Feuerzangenbowle« mit Heinz Rühmann). Bislang konnte noch nicht geklärt werden, wonach sich die Farbgebung der Mützen richtete; deshalb werden die verschiedenen dazu aufgestellten Thesen hier ungeprüft wiedergegeben: So seien die Mützen der Gymnasiasten rot, die der Realschüler grün gewesen. (Und in der Tat haben viele Abiturien rote Mützen und Absolvien grüne Mützen.) Bei anderen Schulen sind die Schülermützen aber weder rot noch grün, sondern z. B. blau. Abgesehen von der Farbe des Tuches gibt es noch Besonderheiten bei den Mützenstreifen. Die Mützenstreifen unterschieden sich bei wahrscheinlich allen Schulen je nach Jahrgangsstufe. Oder die Farben der Schülermütze waren nach Jahrgang unterschiedlich, und an den Mützenstreifen war die Schule zu erkennen. Im übrigen war es möglicherweise häufig oder sogar immer so, daß die dreistreifigen Mützenbänder zweifarbig waren. Das wäre eine Erklärung dafür, daß viele Schülerverbindungen dreistreifige Farben haben, die nur zweifarbig sind. Möglicherweise gab es auch alle hier dargestellten Unterscheidungen, und es existierten von Stadt zu Stadt oder Region zu Region unterschiedliche Farbgebungssysteme. Die Schülermützen wurden von den Nazis abgeschafft.

    Bei der Wahl der Mützenfarbe bietet es sich also an, nachzuforschen, wie früher die Schülermützen an Deiner Schule aussahen. Das ist sicherlich auch von Bedeutung für die Wahl der Farben des Bandes. Gleichwohl muß sich die Mützenfarbe nicht notwendigerweise auch im Band wiederfinden, obwohl das im Regelfall aus ästhetischen Gründen so gehandhabt wird. Bei den Farben des Bandes spielt sicher auch der Name der Verbindung eine Rolle. Trägt die Verbindung den latinisierten Namen eines Landes oder der Stadt, bieten sich die entsprechenden Landes- bzw. Stadtfarben an.

    Listen mit Landes- und Stadtfarben findest Du unter <http://www.frankfurter-verbindungen.de/fundgrube/farben/>.

  12. FRAGE: Wie sieht denn so ein Band genau aus, mit Perkussion und allem?

    ANTWORT: Du kannst es Dir anschauen unter <http://www.svfaq.de/fundgrube/band.jpg>.

  13. FRAGE: Ist bei Schülerverbindungen eine bestimmte Mützenform üblich?

    ANTWORT: Vorherrschend ist das Tellerformat. Es gibt anscheinend auch eine eigene Schülermütze, aber das ist noch nicht abschließend geklärt. Am besten von einem der zahlreichen Couleurhändler beraten lassen, zum Beispiel bei der Firma Bitter, <bitter@couleur.at>. Für Alte Herren ist auch das Tragen eines Cerevis und eines Tönnchens erlaubt.

  14. FRAGE: Woran liegt es, daß neugegründete Schülerverbindungen häufig nicht lange überleben? Wie kann man dem begegnen?

    ANTWORT: Die kurze Lebensdauer dieser Schülerverbindungen hat wohl drei Gründe:

    Zum einen ist die Aktivenzeit recht kurz, so daß es einer höheren Beitrittszahl als bei Studentenverbindungen bedarf, welche auch noch regelmäßig erfolgen muß, damit ein Aktivenbetrieb aufrecht erhalten werden kann. Eine Studentenverbindung kann es sich, wenn auch nur schwer, leisten, sechs Semester keinen Fux zu keilen, da eine gute Infrastruktur besteht (Freundschaftsbünde, Haus, Altherrenschaft, Inaktive), die dann immer noch für neue Füxe als "Ausbilder" fungieren können. Bei Schülern ist nach drei Jahren ohne Nachwuchs der Ofen aus, da diese Infrastruktur nicht existiert, höchstens ortsanwesende Alte Herren.

    Der zweite Grund ist eine altersspezifische Grundhaltung: Bindungen werden in diesem Alter noch nicht für so wichtig empfunden, Freunde kommen und gehen. Daher wird diese Funktion der Schülerverbindung eher iritiert zur Kenntnis genommen und später von vielen reumütig gewürdigt, wie Verbindungsschüler aus Gesprächen mit Conabiturienten erfahren haben. Zu Schulzeiten wurde die Einordnung in eine Gruppe mit ihren "Zwängen" aber von außen eher als negativ gesehen, zumal Mädchen nur bedingt anwesend sind. Aber insbesondere in der Schulzeit ist das Interesse an gemeinsamen Feiern doch recht groß, und auch noch später ist der Einfluß von Freundinnen nicht zu unterschätzen ...

    Der dritte Grund betrifft nur solche Schülerverbindungen, die von studentischen Verbindungen zu Nachwuchszwecken gegründet wurden.
    Hier besteht oft die Versuchung, die Schülerverbindung der eigenen Hochschulverbindung nachzubilden, d. h. ihr beispielsweise eine politische, konfessionelle oder musische Richtung vorzugeben. Davon kann -- jedenfalls in Deutschland -- nur dringend abgeraten werden. Erfahrungsgemäß überleben diese Verbindungen kaum jemals einen Zeitraum von fünf Jahren. Das liegt daran, daß es nicht gelingt, Söhne von Alten Herren aller Hochschulkorporationsverbände für die Verbindung zu gewinnen, und Altherrensöhne stellen für Schülerverbindungen eine wichtige Nachwuchsquelle dar.
    Ein weiterer Fehler ist es, den Mitgliedern vorzuschreiben, daß sie später nur einer bestimmten Art von Hochschulkorporation beitreten dürfen. Damit sind unschöne Streitereien vorprogrammiert, die leicht einer ganzen Aktivengeneration den Spaß an der Verbindung verderben können und möglicherweise sogar den Bestand der Verbindung gefährden.

 
III. FERIENVERBINDUNGEN
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Es gibt neben den Schülerverbindungen auch noch sog. Ferienverbindungen, die ihr Bundesleben nach der Semesterabschlußkneipe und vor der Semesterantrittskneipe studentischer Verbindungen durchziehen. Dort wird man beispielsweise ab der 10. Klasse aktiv. Man ist dort Fux bis zum Abitur, aktiver Bursch in der Regel drei Jahre, dann inaktiver Bursch, Alter Herr mit der Beendigung der Berufsausbildung, egal ob Studium oder Lehre oder was auch immer. Es gibt auch Ferienverbindungen, die Realschüler aufnehmen. Beiträge: Aktive 20 Euro, Alte Herren 75 Euro pro Jahr.

 
IV. GRÜNDUNGSAUFRUF
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Gründungsaufrauf; An die Schüler der Klassenstufen 10 bis 13

Wenn Du im Unterricht mal wieder geistigen Leerlauf hast, kannst Du Dich ja mal im Klassenraum umschauen, und Dich fragen, mit wem von Deinen jetzigen Schulfreunden Du ein paar Jahre nach dem Abitur noch Kontakt haben wirst. Die Erfahrung zeigt: Trotz aller Versprechungen und guten Vorsätze bleibt von der »schönsten Zeit des Lebens« kaum etwas. Das soll *uns* nicht passieren! Freundschaften sind zu wertvoll, um sie einfach in Vergessenheit geraten zu lassen.

Deswegen wollen wir eine Schülerverbindung gründen. Mit Dir!

Schülerverbindungen haben eine lange, eigenständige Tradition. Sie haben sich unabhängig von den studentischen Verbindungen entwickelt. Manche Schülerverbindung ist älter als die meisten Studentenverbindungen. Schülerverbindungen schießen in letzter Zeit wieder wie Pilze aus dem Boden. Dem wollen wir nicht nachstehen. :-)

Unsere Verbindung soll farbentragend (also mit Band und Mütze), nichtschlagend und unpolitisch sein. Mitglied kann jeder Schüler werden, der eine Schule in ... besucht und das Abitur anstrebt.

Wenn Du für jeden Spaß zu haben bist, Engagement und einer Gemeinschaft nicht abgeneigt bist und abfeiern und gleichzeitig keine Zeit vergeuden willst, dann bist Du bei uns an der richtigen Adresse!

(Treffpunkt, Datum, Uhrzeit usw.)

 
V. SELBSTDARSTELLUNGSTEXT
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An die Schüler der Klassenstufen 10 bis 13

Schulfreundschaften erhalten

Wenn Du im Unterricht mal wieder geistigen Leerlauf hast, kannst Du Dich ja mal im Klassenraum umschauen, und Dich fragen, mit wem von Deinen jetzigen Schulfreunden Du ein paar Jahre nach dem Abitur noch Kontakt haben wirst. Die Erfahrung zeigt: Trotz aller Versprechungen und guten Vorsätze bleibt von der »schönsten Zeit des Lebens« kaum etwas. Das soll *uns* nicht passieren! Deswegen haben wir eine Schülerverbindung gegründet.

Unsere Verbindung besteht aus uns, den Aktiven, die noch zur Schule gehen, und unseren Alten Herren, die die Schule bereits hinter sich haben. Zusammen bilden wir eine putzmuntere Gemeinschaft, die nebenbei noch eine Reihe Vorteile mit sich bringt.

Schule mit Mehrwert

Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat. Deshalb reisen wir viel umher, und pflegen Kontakte vor allem zu anderen Schülerverbindungen. Natürlich holen wir uns auch Tips und Ratschläge zur Studien- und Berufsplanung von unseren Alten Herren. Die Alten Herren sind also nicht nur dazu da, um unser High life zu finanzieren. ;-)

Als kostenlose Draufgabe lernt man in einer Schülerverbindung noch eine Menge, was einem später im Berufsleben nützt. Bei uns geschieht alles in Selbstverwaltung: Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen von drei regelmäßig wechselnden Mitgliedern; alle Angelegenheiten werden auf unserer Mitgliederversammlung, dem Convent, gemeinsam besprochen und demokratisch entschieden. Auf diese Weise kann man sich zwanglos rhetorisch schulen und lernt bereits frühzeitig, wie man Veranstaltungen und Reisen organisiert.

Mitglied kann bei uns jeder Schüler werden, der eine Schule in ... besucht und das Abitur anstrebt.

Toleranz

Eine Festlegung auf eine bestimmte politische Richtung gibt es bei uns nicht. Wir legen großen Wert auf unsere politische Neutralität. Privat kann bei uns jeder denken, was er will, solange er sich im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bewegt.

Traditionen

Unser Brauchtum haben bei anderen Schülerverbindungen entlehnt, aber wir biegen es uns so zurecht, wie wir selbst am meisten Spaß dabei haben. Jedes neue Mitglied bringt sich mit neuen Ideen ein und drückt so der Verbindung seinen Stempel auf. So muß das auch sein.

Schülerverbindungen haben eine lange, eigenständige Tradition. Sie haben sich unabhängig von den studentischen Verbindungen entwickelt. Manche Schülerverbindung ist älter als die meisten Studentenverbindungen. Schülerverbindungen schießen in letzter Zeit wieder wie Pilze aus dem Boden.

Wenn Du für jeden Spaß zu haben bist, Engagement und einer Gemeinschaft nicht abgeneigt bist und abfeiern und gleichzeitig keine Zeit vergeuden willst, dann bist Du bei uns an der richtigen Adresse!

(Kontaktadresse, Ansprechpartner)

 
VI. VERWENDETE ABKÜRZUNGEN
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AAV
Abiturienten- und Absolventenverband, eine Form der Verbindung, in die man als Schüler eintritt, und noch als Student am Ort aktiv ist
ATB
Akademischer Turnbund
CC
Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften, ein Verband von Studentenverbindungen klassischen Typs, einer der größten Korporationsverbände in Deutschland
CDA
Eine Art Dachverband von akademischen Korporationsverbänden
CV
Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen; farbentragender katholischer Hochschulverband
DS
Deutsche Sängerschaft -- Weimarer CC
DB
Deutsche Burschenschaft
FAQ
Frequently asked questions, häufig gestellte Fragen
FM
Fuxmajor (auch: Fuchsmajor), Ausbilder für den Nachwuchs
FV
Ferienverbindung
GDS
Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte
KSCV
Kösener Senioren-Convents-Verband
KV
Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine
MK
Marburger Konvent studentischer Verbindungen
NeueDB
Neue Deutsche Burschenschaft; Abspaltung von der Deutschen Burschenschaft
PV
Pennälerverbindung, dasselbe wie Schülerverbindung. Der Ausdruck wird jedoch von vielen sehr traditionsreichen Schülerverbindungen abgelehnt
SB
Schwarzburgbund
SV
Schülerverbindung
SV
Sondershäuser Verband akademisch-musikalischer Verbindungen
UV
Unitasverband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine
VVDSt
Verband der Vereine Deutscher Studenten -- Kyffhäuser-Verband
WSC
Weinheimer Senioren-Convent

 
VII. LINKS IN DIE WEITE WELT
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Schülerverbindung, warum?
<http://www.absolvia-nbg.org/warum.html>.

Coburger Convent (CC):
<http://www.coburger-convent.de>.

Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA):
<http://www.akademikerverbaende.de>.

Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte (GDS):
<http://www.gds-web.de>.

Allgemeine Informationen über Verbindungen:
<http://www.cousin.de/cousin/>.

Erklärung von Begriffen schulischer Korporationen:
<http://www.honovere.de/lexikon/>.

Zum Thema Schülermützen:
<http://www.cfg-forever.de/schuelermuetze.html>.

Berühmte (und berüchtigte) Mitglieder von Verbindungen:
<http://www.frankfurter-verbindungen.de/korporierte/>.

Verbreitete Irrtümer über Studentenverbindungen:
<http://www.frankfurter-verbindungen.de/vorurteile/>.

Studentenverbindungen in aller Welt (auf Englisch):
<http://www.academic-societies.org>.

Erster Weltkorportionstag im November 2002 in Würzburg:
<http://www.weltkorporationstag.de>.

Schülerverbindungen, Adressen und URLs von Schülerverbindungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien:
<http://www.honovere.de/verzeichnis/>.

Schülerverbindungen in der Cousin-Datenbank:
<http://www.cousin.de/kkisbin/verblist.tcl?dach=Schueler>.

Schülerverbindungen beim Open Directory Project:
<http://dmoz.org/World/Deutsch/Wissen/Bildung/Schule/Schülerverbindungen/>.

Schülerverbindungen, nach Alter geordnet:
<http://www.svfaq.de/fundgrube/alter/index.html>.

 
VIII. Literaturhinweise
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Ernst-Günter Glienke +, Civis Academicus 2002/2003, Köln, 2002 (SH-Verlag, ISBN 3-89498-105-9).

Michael Freyer, Schülerbünde und -vereine in Bayern, in: Informationen zur Erziehungs- und Bildungshistorischen Forschung (IZEBF), Heft 32, Hannover (?), 1988, S. 111–154.

F. H. von der Emscher, Schülerverbindungen und Gymnasialdisziplin, Dresden 1904.

H. Sünkel, Die Bamberger Schülerverbindungen von 1816 bis heute, in: Akademische Monatsschrift Der Convent, Heft 3, Bamberg, März 1985.

Matthias Glockner, Wie gründet man eine Schülerverbindung?, in: Der Convent, 33. Jahrgang (1982), S. 136-141. (Im Internet verfügbar unter <http://www.svfaq.de/texte/derconvent.html>.)

Oskar Waas, Die Pennalie. Ein Beitrag zu ihrer Geschichte, Graz 1967.

Ute Monika Schuller, Der Coetus am Honterus-Gymnasium zu Kronstadt in Siebenbürgen 1544–1941, München 1963.

Ute Schuller, Der Coetus Honteri zu Kronstadt, in: Südostdeutsche Vierteljahresblätter, München, Jg. 11.1962, S. 80 f.

Helmut Steigelmann, Zur Erforschung der Pennälerkorporationen, Einst und Jetzt, Band 6, 1961, S. 86-98.

Robert Paschke, Studentenhistorisches Lexikon, hrsg. u. bearb. v. Friedhelm Golücke, Köln 1999. Darin folgende Stichworte: Coetus Honteri, Schülerrepublik, Pennälersprache.

Friedhelm Golücke, Studentenwörterbuch, 4. Auflage, Würzburg 1987. Stichwort: Pennalverbindungen.

Robert Pilger, Über das Verbindungswesen auf norddeutschen Gymnasien, 2. Auflage, Berlin 1880.

Max Nath, Schülerverbindungen und Schülervereine. Erfahrungen, Studien und Gedanken, Leipzig 1906.

Katholische Pennalien außerhalb des MKV, in: Acta studentica, Folge 23, 1977, S. 7.

Peter Krause, Studiosus austriacus, 3. Auflage, Wien 1982.

Rudolf Geser, Ferdinand Wenzel, Die katholisch-deutschen pennalen Verbindungen Böhmens und Mährens, Würzburg 1985.

Kurze Geschichte der Pennalie, Prag 1937.

Schülersprache, Scene 18/15, München 1984.

 
IX. IMPRESSUM, COPYRIGHT, GNU GPL, DANK
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Copyright (c) 1999--2002 Markus Gail

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sowie alle anderen, die mir dabei geholfen haben.

Anregungen, Kommentare und Verbesserungsvorschläge und vor allem auch eigene Beiträge sind jederzeit willkommen! Mailt mir mal von Euren Erfahrungen, Problemen usw.

Auch bedanken möchte ich mich bei allen, die diese FAQ durch einen Link auf einer Seite im Web unterstützen:
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Diese FAQ wurde zusammengetragen von

Markus Gail
(Turnerschaft Alsatia Frankfurt);
E-Mail: <gail@gmx.de>;
Homepage: <http://www.rz.uni-frankfurt.de/~gail/>.

 

Beginn der Vorarbeiten: 25.02.99
Datum der ersten Veröffentlichung: 17.11.99
Datum der letzten Überarbeitung: 12.11.02